Die SVP International wurde 1992 als politischer Verein für Schweizerinnen und Schweizer im Ausland gegründet. Im Vorstand befinden sich einflussreiche SVP-Politiker und engagierte Auslandschweizer. Er und das Generalsekretariat sorgen für die Verbindung der Fünften Schweiz zum eidgenössischen Parlament. SVP-Generalsekretär Martin Baltisser betont im Gespräch mit der «Schweizer Revue» die Bedeutung der stimmenden Auslandschweizer.
Von Heinz Eckert
«Schweizer Revue»: Was bedeuten Ihnen die Auslandschweizer?
Martin Baltisser: Mir bedeuten sie sehr viel, schliesslich war ich ja Gründungsmitglied der SVP International im Jahr 1992. Als das briefliche Stimmrecht für Auslandschweizer eingeführt wurde, war uns sofort klar, dass sie auch die Möglichkeiten erhalten sollen, in eine Partei eingebunden zu werden.
Mit welcher Zielsetzung wurde die SVP International gegründet?
Unser Ziel war und ist es, den Kontakt zwischen den Schweizerinnen und Schweizern im Ausland untereinander und mit dem Heimatland zu sichern. Zudem soll die SVP International einen entscheidenden Beitrag zur Wahrung der Auslandschweizer Interessen in der Schweiz leisten. Selbstverständlich sind wir bemüht, ihre Anliegen im Rahmen von Vernehmlassungsantworten oder Vorstössen in die schweizerische Bundespolitik einzubringen. Im Vorstand der SVP International finden sich engagierte Auslandschweizer und einflussreiche SVP-Politiker.
Eigentlich stimmt ja ein grosser Teil des SVP-Programms nicht unbedingt mit den Ansichten und Interessen der Auslandschweizer überein. Das Nein der SVP zur EU ist sicher nicht im Interesse der dort lebenden Schweizerinnen und Schweizer.
Ich bin mir da nicht so sicher. Die meisten Auslandschweizer schlies-sen sich der SVP an, weil sie traditionelle Schweizer Werte ver-teidigt wissen wollen. Wir stehen dafür, dass diese Werte nicht preisgegeben werden. Zudem gibt es viele Schweizerinnen und Schwei-zer, die uns in der Europapolitik stark unterstützen, weil sie in der EU leben und selber sehen können, was ein EU-Beitritt für die Schweiz bedeuten würde. Die SVP Inter-national vertritt die Interessen des Schweizer Volkes, das sich ein selbstbewusstes Land mit Wohl-stand, Sicherheit und Freiheit wünscht. Sie setzt sich daher ein für Unabhängigkeit, tiefe Steuern, eine gut gerüstete Armee und Polizei sowie eine neutrale Aussenpolitik.
Von allen Schweizer Parteien sind Sie gegenüber der Auslandschweizer Gemeinde die aktivste. Warum?
Das kommt daher, dass wir die aktivsten Auslandschweizer haben. Hinzu kommt, dass wir den Auslandschweizer Gemeinden von Anfang an den Status einer Kantonalpartei gegeben und sie voll in die Mutterpartei integriert haben. Das war sicher auch ein wichtiger Grund für unseren Erfolg.
Wie viele Mitglieder unter den Auslandschweizern haben Sie?
Das ist schwierig zu sagen, da wir keine zentrale Mitgliederkartei führen. Wir schätzen, dass es einige Hundert sind. Der harte Kern, der auch Mitgliederbeiträge bezahlt, zählt rund 300 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. Die Auslandmitglieder sind im gleichenMass gewachsen wie der Mitgliederbestand im Inland. Eine richtige Welle gab es nach der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher.
Wie pflegen Sie Kontakt mit den Auslandschweizern?
Wir benutzen vor allem unsere elektronischen Kanäle, die registrierten Mitglieder schreiben wir auch an. Wir planen in Zukunft auch die Einführung von Communities, damit sich unsere Parteifreunde im Ausland auch interaktiv miteinander austauschen können. Zudem werden unsere Mitglieder regelmässig mit Newslettern auf dem Laufenden gehalten.
Welche Bedeutung geben Sie dem Auslandschweizerrat?
Der Auslandschweizerrat wäre an sich eine gute Einrichtung. Leider ist die SVP in diesem Gremium extrem untervertreten, obwohl sie im Schweizer Parlament mit Abstand die stärkste Partei ist. Das sollte sich ändern.
Wird es jemals ein Auslandschweizer oder eine Auslandschweizerin in den Nationalrat schaffen?
Das wird sehr schwierig sein, da sich die Kandidaten ja in einem Kanton zur Wahl stellen müssen. Aber unmöglich ist es sicher nicht. Es stünden jedenfalls sehr valable Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung und wir werden auch für die Wahlen 2011 wieder mit möglichst vielen Auslandschweizer- Listen antreten. Heute ist die Verbindung der Auslandschweizer zum eidgenössischen Parlament über die SVP-Nationalräte sichergestellt.
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